Klimafreundliche Erdwärme

Der Netto-Vermeidungsfaktor für eine aus Geothermie gewonnene Kilowattstunde Strom liegt bei 572 g CO₂-Äquivalent.

Der Ausbau erneuerbarer Energien muss weiterverfolgt werden, wenn die Klimaziele und eine CO₂-emissionsfreie Gesellschaft bis 2050 Wirklichkeit werden sollen

Erdwärme, die aktuell weltweit an Bedeutung gewinnt, kann regional auch in Deutschland einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten. Je nach Temperaturniveau im Untergrund können Erdwärmeanlagen klimafreundliche Wärme und Strom bereitstellen und dadurch fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas ersetzen.

Das lohnt sich, denn der Netto-Vermeidungsfaktor für eine aus Geothermie gewonnene Kilowattstunde Strom liegt bei 572 g CO₂-Äquivalent. Bei einer Kraftwerksleistung von 4,1 MW netto und 8.000 Volllaststunden könnten so bis zu 18.000 Tonnen CO₂ pro Jahr vermieden werden.

Klima- und Umweltschutz

Auch während der Projektentwicklung spielt Umweltschutz eine bedeutende Rolle.

Klimafreundliche Erdwärme Kinder mit Kescher

Erdwärmeanlagen leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Sie tragen zum Aufbau einer klimafreundlichen Wärme- und Energieversorgung bei und ersetzen Wärme und Strom, die aus fossilen Rohstoffen erzeugt werden.

Umweltschutz spielt auch während der Projektentwicklung eine bedeutende Rolle. Bevor eine Tiefborhung ausgeführt werden darf, ist eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung obligatorisch. Die Vorprüfung umfasst umfangreiche naturschutzfachliche (Flora und Fauna) und hydrogeologische (Grundwasser) Untersuchungen.

Je nach den Ergebnissen aus der Vorprüfung sind entsprechende Maßnahmen zu treffen. Der Flächenverbrauch für die Anlage oder die geänderte Flächennutzung muss ausgeglichen werden.

Während der Bauphase sowie bei der Inbetriebnahme überwacht eine naturschutzfachliche Baubegleitung die Bautätigkeiten auf Einhaltung der Vorgaben zum Umweltschutz. Wo behördliche Auflagen fehlen, unklar oder ungenügend sind, arbeiten wir nach freiwilligen, internen Auflagen, die wir transparent offenlegen werden. Wir berücksichtigen internationale Standards der Tiefbohr-Industrie wie die API-Standards, die ATEX-Produktrichtlinie und die Standards des deutschen Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V. (BVEG).

Strom- und Wärmegewinnung

Erdwärme liefert zuverlässig über Jahrzehnte hinweg erneuerbaren Strom und Wärme, rund um die Uhr und schwankungsfrei.

Damit eine Erdwärmeanlage Strom und Wärme erzeugen kann, muss die Temperatur des Thermalwassers im Untergrund deutlich über 100 Grad Celsius liegen. In einer Tiefe zwischen drei und vier Kilometern sind am Oberrhein Temperaturen von 140 Grad Celsius und mehr zu erwarten.

Die tiefe Erdwärme nutzt diese Wärmevorkommen. Eine Förderbohrung nimmt das heiße Wasser im erschlossenen Reservoir auf und bringt es an die Oberfläche.

Dort wird dem Wasser über einen Wärmetauscher Wärme entzogen, die ins Fernwärmenetz eingespeist werden kann.

Neben der obligatorischen Aufforstung können die Aufwertungen von Forstflächen und Biotopen sowie die Schaffung neuer Biotope Ausgleichs-Maßnahmen sein.

Um Strom produzieren zu können, passiert das Wasser einen Sekundärkreislauf und erhitzt das darin befindliche Betriebsmittel, das einen deutlich niedrigeren Siedepunkt als Wasser hat. Der sich im Sekundärkreislauf bildende Dampf treibt die Turbine zur Stromerzeugung an. Das abgekühlte Wasser wird über eine zweite Bohrung in einem geschlossenen Kreislauf wieder ins Reservoir zurückgeführt.

Einmal erschlossen, liefert Erdwärme zuverlässig über Jahrzehnte hinweg erneuerbaren Strom und Wärme, rund um die Uhr und schwankungsfrei – eine optimale Ergänzung zu den ebenfalls erneuerbaren Energien aus Sonne und Wind.