Generationen

Wir alle wissen, dass der Verbrauch von fossilen Energieträgern mit zwei globalen Problemen verknüpft ist:

Durch den Anstieg des CO2 Gehaltes in unserer Atmosphäre erwärmt sich das Weltklima. Diese weltweite Veränderung des Klimas ist nachhaltig erforscht und ausführlich erwiesen. Abhängig von der Region ist es in den letzten 30 Jahren kälter, wärmer, trockener, stürmischer oder wechselhafter geworden. Auch wir in Deutschland spüren das inzwischen täglich. Langfristige Folgen sind die Erhöhung der Meeresspiegel, Ausdehnung der Wüsten Afrikas und Nord- und Südamerikas, Dürren und die damit einhergehenden Schwierigkeiten in der Landwirtschaft und schlussendlich in der Nahrungsmittelversorgung. Diese Veränderungen der klimatischen Lebensgrundlage werden auch wirtschaftliche Konsequenzen haben, alleine die notwendigen Küstenschutzmaßnahmen werden weltweit auf viele hunderte Milliarden Euro geschätzt.

Das zweite globale Problem ist die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit zwischen den weniger entwickelten Rohstoff liefernden Ländern und den Verbrauchern in den hoch entwickelten Ländern. Europa importiert große Mengen Energieträger und Rohstoffe, deren Erlöse in den Erzeugerländern nur wenigen elitären Gruppen zu Gute kommen und die unter Inkaufnahme massiver Umweltschäden produziert werden. Die lokalen Eliten in den Erzeugerländern denken leider kurzfristig und versäumen es, eine gewerbliche und industrielle Basis aufzubauen, die größeren Bevölkerungsteilen einen gewissen Wohlstand bescheren könnten. Dies führt zu Konflikten zwischen den Bevölkerungsgruppen und Flucht aus diesen Ländern. Die Flüchtlingsströme sind an den Küsten Italiens und Griechenlands nicht zu übersehen.

Wir sind der Meinung, dass die Nutzung lokaler Rohstoffe und lokaler Energie hier teilweise Abhilfe schaffen kann. Nichts-Tun wäre anlässlich der skizzierten globalen Probleme fahrlässig.

Im Gedanken daran, dass die Nutzung von Gas oder Öl direkte negative Auswirkungen in den Erzeugerländern hat, sollten wir die Auswirkungen der geplanten Energiewende für uns selber ehrlicher einschätzen und relativieren: Können Windräder aufgrund ihrer optischen Beeinträchtigung zu recht kritisiert werden, oder die mögliche Mikroseismizität von Geothermie-Anlagen für ein ungutes Gefühl sorgen, sollten wir nicht vergessen, dass woanders ganze Landstriche und Regionen durch die Produktion von Kohle oder Öl zerstört oder verseucht werden. Tiefe Geothermie ist ähnlich wie Holz ein lokaler, sauberer, erneuerbarer Energieträger, den wir so gut wie möglich und effizient nutzen sollten.

Die nächste Generation wird uns fragen: Habt Ihr verantwortungsvoll gehandelt? Warum habt Ihr den Abbau der fossilen Energieträger in diesem Umfang zugelassen? Warum habt Ihr damals nicht konsequenter und früher auf Erneuerbare Energien gesetzt? Hättet Ihr nicht den anderen Kontinenten helfen können, mit Erneuerbaren Energien Arbeitsplätze, Wohlstand und Frieden zu schaffen?

Wir sollten uns der großen Verantwortung für unseren Lebensraum bewusst sein.