Die Energiewende

Deutschland hat sich für eine Industrienation ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Abkehr von den fossilen Energieträgern. Konkret soll der Bruttoendenergieverbrauch (beinhaltet alle Energie-Verbräuche mit Verkehr, Flugverkehr, Wärme, Kälte, Strom) im Jahr 2050 zu 60% aus erneuerbaren Energien kommen. Die Stromproduktion soll zu diesem Zeitpunkt nur noch zu 20% aus fossilen Energien kommen.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Das 2010 verabschiedete Energiekonzept der Bundesregierung legt als Ziele für die Jahre nach 2020 folgende Anteile erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch fest:
30 % bis 2030, 45 % bis 2040, 60 % bis 2050. Ausbauziele für Strom aus erneuerbaren Energien.
Nach der am 1. August 2014 in Kraft getretenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2025 40 - 45%, bis zum Jahr 2035 55 - 60 % und bis zum Jahr 2050 mindestens 80 % betragen.

Eine wahrhaftige Mammutaufgabe. Das Ziel ist richtig und sollte aus mehreren Gründen ernsthaft verfolgt werden:

  • Der Umbau der Wirtschaft bringt technische Lösungen hervor, die als Exportprodukte weltweit vermarktet werden können.
  • Die eingesparten Importe für die Energieträger entsprechen jährlich zwei-stelligen Milliardenbeträgen, die in Deutschland verbleiben und dort für Kaufkraft und Nachfrage sorgen. Vielleicht sogar bei Ihnen oder Ihren Nachbarn, die sich über Energiegenossenschaften am Umbau der Energiewirtschaft beteiligt haben.
  • Wärme und Strom aus Erneuerbaren Energie mag etwas teurer sein, die Wertschöpfung mit den unzähligen neu entstandenen Arbeitsplätzen im Bereich der Erneuerbaren Energie liegt jedoch komplett bei uns in Deutschland. So wie wir regionale Produkte auch mit dem Ansinnen kaufen, die heimische Wirtschaft zu stärken, so sollten wir lokale und erneuerbare Energieträger unterstützen.
  • Deutschland ist mit der Energiewende international ein Vorreiter geworden. Durch die Deutsche Initiative wurden viele Nationen motiviert, ähnliche Programme aufzusetzen. So setzt Großbritannien inzwischen auch im großen Stil auf küstennahe Windkraft, Island und Italien auf die Tiefe Geothermie.

Tiefe Geothermie passt als eine steuerbare Energiequelle, die gleichermaßen Strom und Wärme liefern kann, in den geplanten Energiemix hervorragend hinein. Immerhin entfällt 60% des Energieverbrauches in Deutschland auf Wärme- und Kältenutzung, etwa 20% werden für die Stromerzeugung verbraucht. Die Grafik unten stelt den Endenrgeiverbrauch in Petajoule über die Jahre 2005 bis 2012 dar.