Chancen und Risiken

CHANCEN

Es gibt vier deutliche Vorteile der Tiefen Geothermie gegenüber einigen anderen regenerativen Energiequellen:

Steht immer zur Verfügung

Geothermie kann Energie kontinuierlich bereitstellen; sie ist also „grundlastfähig“. Die Leistung der Anlagen ist planbar in Abstimmung mit anderen Energiequellen abrufbar. Damit unterscheidet sich Geothermie von anderen regenerativen Energien wie Wind oder Solar.

Kombination Wärme und Strom

Geothermie kann Wärme für die Nutzung in Nah- und Fernwärme-Netzen bereitstellen. Wärme kann auch gewerblich z.B. in Brauereien, Molkereien und anderen Zweigen der Nahrungsmittelherstellung genutzt werden. Dies kann in Kombination mit einer Stromerzeugung erfolgen, mit je nach Jahreszeit wechselnden Anteilen.

Nach menschlichem Ermessen unerschöpfliches Potential

Das Potential von Geothermie ist riesig.  Der Wärmestrom aus dem Erdinneren liefert kontinuierlich neue Energie. Er speist sich aus der Wärme im Inneren der Erde. Der gesamte mögliche Wärmestrom aus dem Erdinneren übersteigt den Energiebedarf der Menschheit um ein Vielfaches. Nach wissenschaftlichen Studien könnte Geothermie einen signifikanten Anteil der weltweiten Energie bereitstellen.

Unauffällig und platzsparend

Geothermie braucht wenig Platz. Ein typisches Geothermie-Kraftwerk in Deutschland kann auf einem halben Fußballplatz untergebracht werden (100m mal 100m – 1 Hektar) und ist nicht höher als 10m. Zum Vergleich: Für die gleiche Energiemenge benötigen Wind und Solar etwa 200 Hektar (100 Fußballfelder). Windräder sind bis zu 220m hoch.
Geothermie wird von allen Parteien sowie von zahlreichen Naturschutzorganisationen unterstützt. Sie alle sehen die Vorteile von Geothermie und halten die Risiken für vermeidbar oder kontrollierbar.

RISIKEN

Seit 1990 sind Geothermie-Kraftwerke für Wärme- und Stromerzeugung in Deutschland in Betrieb. Stand Mitte 2015 befinden sich in Deutschland etwa 30 Anlagen zur Nutzung geothermischer Energie. Die möglichen Risiken sind inzwischen bekannt und konnten unter anderem über Forschungsprojekte umfassend erforscht werden, welche vom Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium finanziert wurden.

Diese über 65 Forschungsprojekte haben die Vorteile, Chancen und Risiken der Tiefen Geothermie beleuchtet. Neue Projekte profitieren direkt von den frei verfügbaren Forschungsergebnissen und den Erfahrungen der bereits bestehenden Geothermie-Anlagen. Insgesamt sind die Risiken der Geothermie vermeidbar oder können signifikant reduziert werden, sodass Geothermie im Vergleich mit anderen Energiequellen – einschließlich erneuerbare Energien – ein nicht nur akzeptables, sondern ein positives Risikoprofil bietet

Es ist Ziel und Überzeugung der Deutschen ErdWärme, dass mögliche Risiken mit risikobewusstem Handeln und sorgfältiger Plaung und Bauausführung in erster Linie vermieden werden können und müssen.  Auf diesem Grundsatz basiert die gesamte Projektentwicklung der Deutschen ErdWärme. Mögliche verbleibende Risiken sind bekannt und werden – wenn erforderlich – ständig kontrolliert, um sie mit den entsprechenden Maßnahmen zu beherrschen.

Grundwasser

Für die Deutsche ErdWärme GmbH ist die vorrangige Zielstellung, dass die Sicherheit der Bevölkerung sowie der Grundwasserschutz und damit auch die Dauerhaftigkeit und die Dichtigkeit der Tiefbohrungen an erster Stelle stehen müssen. Deshalb werden über behördliche Auflagen hinausgehend Grundwassermessstellen im Umfeld der jeweiligen Bohrungen abgeteuft. Dabei sollte ein Bohrung im Abstrom des Grundwassers stehen, in Ihr wird z.B. die Leitfähigkeit des Grundwassers ständig überwacht. Mögliche Leckagen werden mit dieser Methode sehr schnell erkannt, die Integrität der Bohrungen kann somit überwacht werden.
 
Grundwassermesstelle

Grundwassermesstelle

Seismizität

Seismizität beschreibt u.a. die natürliche Erdbebenaktivität in einer definierten Region u. a. im Hinblick auf Häufigkeit und Bebenstärke sowie räumliche Verteilung und Tiefenlage des Erdbebenzentrums. Im Jahr 2014 wurden im Bereich des Oberrheingrabens rund 200 natürliche seismische Ereignisse registriert, davon 18 mit einer Magnitude von mehr als 2,0 (Quelle: Erdbebendienst Südwest, Jahresbulletin 2014).  Einzelne Geothermieprojekte im Oberrheingraben haben in der Vergangenheit vereinzelt spürbare mikroseismische Ereignisse ausgelöst, ohne dass dabei nennenswerte Schäden (lediglich Putzrisse) verursacht worden sind. Diese induzierte Seismizität hängt unter anderem mit dem Druck bei der Rückführung des Wassers in der Reinjektionsbohrung zusammen, und damit direkt mit den Kenntnissen in der Reservoirerkundung- und Erschließung. Die Deutsche ErdWärme wird das seismische Risiko auf Basis seismologischer Gutachten einschätzen und entsprechende Vorkehrungen treffen. Dazu gehören die Betriebsweise der Geothermie-Anlage mit niedrigen Reinjektionsdrücken und die Installation eines seismologischen Messnetzes im Umfeld der jeweiligen Standorte sowie ein entsprechendes Reaktionsschema. Wir sind überzeugt, dass sich bei Anwendung der neuesten Erkenntnisse aus der Erforschung der induzierten Seismizität im Oberrheingraben die Seismizität auf ein nicht spürbares Minimum reduzieren lässt. Wichtig sind die optimale Platzierung der Bohrlandepunkte in den geologischen Strukturen, wozu heute immer Daten aus einer 3D Seismik in ein dreidimensionales geologisches Modell einfließt. Weiterhin ist die schonende und nachhaltige Betriebsweise, z.B. das sehr langsame Anfahren und Abfahren der geothermischen Anlage für eine Reduktion der Seismizität wichtig.

Seismometer
Seismometer

Radioaktivität

Thermalwässer im Oberrheingraben können in Abhängigkeit der geologischen Rahmenbedingungen und der Tiefenlage der jeweiligen geologischen Zielhorizonte sehr geringe Anteile von radioaktiven Elementen enthalten. Die beobachteten Konzentrationen liegen – wenn überhaupt – nicht nennenswert über der natürlichen und somit normalen Umgebungsstrahlung. In den Anlagenbauteilen der Wärme- und Stromerzeugungsanlage können sich diese Elemente konzentrieren, zum Beispiel in den Rohren der Wärmetauscher. Diese sehr leicht radioaktiven Stoffe werden bei Bedarf im Rahmen standardmäßig durchgeführter Revisionen der Anlage entfernt und fachgerecht entsorgt. In Abhängigkeit vom Standort können vereinzelt sehr geringe und problemlos handhabbare Mengen dieser Stoffe anfallen.

Wie sind die Deutsche ErdWärme und die Projektgesellschaften versichert?

Die Deutsche ErdWärme wird vor Beginn der Explorationstätigkeiten bzw. der Bau- oder Bohrtätigkeiten eine Haftpflicht-Versicherung gegen Umwelt- und Bergschäden abschließen. Da ab Herbst 2016 die Beweislastumkehr im Bohrlochbergbau gilt, wird der Betreiber nachweisen müssen, dass eventuelle Schäden nicht von ihm verursacht worden sind. Damit hat der Gesetzgeber eine schadensrechtlich sehr komfortable Position für die Bürger in der nahen und weiteren Umgebung der Projekte geschaffen.

Ombudsmann

Ein ein von uns vorgeschlagener Ombudsmann kann in eigener Verantwortung, sollte es z.B. zu Putzrissen o.ä. kommen, die Regulierung über einen eigens aufgelegten Fonds vornehmen.